Wie kann Eltern geholfen werden, mit ihrem frühgeborenen Kind zu interagieren?

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Liebe Forscher:innen,

ich schreibe gerade meine FMS Abschluss-Arbeit im Berufsfeld Gesundheit und beschäftige mich darin mit der emotianalen Belastung von Frühchen-Eltern. Ist der Umgang mit einem frühgeborenen Neugeborenen anders als der mit termingerecht geborenen Babys? 

Die emotionale Belastung der Mutter durch diese teils traumatischen, teils unerwartet schnellen Geburten ist sicher grösser. Fehlen womöglic die Hormonem die bei einer stundenlagen Geburt ausgeschüttet werden? Ist vielleicht der so genannte "Mutterinstinkt" nicht so stark ausgeprägt? 

Nun bin ich auf ein Programm names COPE gestossen, das im Inselspital Bern angeboten wird. Dieses Programm unterstützt die Eltern dabei, mit ihren frühgeborenen Kindern zu interagieren. Mich interessieren nun die Rückmeldungen von Eltern , die das Programm durchlaufen haben. Inwiefern hat Cope ihnen und auch ihren Kindern geholfen? Ausserdem interessiert mich, ob es Pläne gibt zur Weiterentwicklung oder Erweiterung des COPE Programms – in Bern oder anderswo.

Könnten Sie mir weiterhelfen?

Gruss Mayra

Elterliche Intuition entwickelt sich

Vielen Dank für die Frage! Eltern von Frühgeborenen sehen sich oft mit grossen Herausforderungen konfrontiert, da die Geburt früh und meist unerwartet ist. Viele fühlen sich unzureichend vorbereitet und erleben eine Mischung aus Unsicherheit und Angst um das Wohl ihres Kindes. Dazu kommt ein Gefühl der Hilflosigkeit, da sie ihr Kind oft nicht wie gewünscht versorgen können. Diese Faktoren können den Aufbau einer natürlichen elterlichen Intuition erschweren. Doch der "Instinkt" ist keineswegs „ausgeschaltet“ – er entwickelt sich nach und nach. 

Oxytocin durch Haut-Kontakt

Studien zeigen, dass das Bindungshormon Oxytocin, das während der Geburt freigesetzt wird, bei Müttern von Frühgeborenen oft in geringeren Mengen ausgeschüttet wird. Oxytocin spielt eine zentrale Rolle im Bindungsprozess und wird durch körperliche Nähe und Hautkontakt gefördert. Hier spielt das „Känguruing“ (Haut-an-Haut-Kontakt) eine wichtige Rolle: Durch direkten Hautkontakt zwischen Eltern und Kind wird das Bindungshormon auch nach der Geburt verstärkt ausgeschüttet, was den Aufbau einer natürlichen Intuition und die Bindung unterstützt. 

COPE hilft

Spezielle Programme wie COPE (Creating Opportunities for Parent Empowerment) können Eltern in der ersten Phase gezielt unterstützen. Das COPE-Programm ist ein Bildungsprogramm für Eltern, das Aspekte wie die Beteiligung der Eltern an der Pflege ihres Kindes sowie Möglichkeiten für positive Interaktionen mit dem Säugling umfasst. Studien zeigen, dass Eltern, die am COPE-Programm teilgenommen haben, weniger gestresst und ängstlich sind und depressive Symptome seltener auftreten. Dies wirkt sich positiv auf den Umgang mit dem Kind und dessen Entwicklung aus. Um herauszufinden, ob es Pläne für eine Weiterentwicklung von COPE gibt, können Sie sich direkt an das Inselspital Bern wenden. Eine Zusammenfassung der Auswirkungen früher Interventionen bietet folgende Übersichtsarbeit: 

Puthussery, S., Chutiyami, M., Tseng, PC. et al. Effectiveness of early intervention programs for parents of preterm infants: a meta-review of systematic reviews. BMC Pediatrics, 18, 223 (2018). https://doi.org/10.1186/s12887-018-1205-9 

 

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